Artur

Im Dezember 2016 waren wir mit den wunderbaren SONICS auf Tour, eine italienische Company mit einem tollen Team. Die vielen Luftnummern sehen auf der Bühne immer kinderleicht aus, allerdings sind die Gefahren, die mit einer solchen Darbietung verbunden sind, real.

Artustarb im Alter von 21 Jahren, weil er einen Fehler machte. Nur einen. Dass uns ein liebenswerter Mensch und ein toller Künstler so früh verlassen muss, das schmerzt. Ich habe mich auf die nächste gemeinsame Tournee im Dezember 2018 wirklich gefreut – nun werden wir sie nicht mit ihm, aber dafür für ihn verwirklichen.

Wir vermissen Dein endloses, aufrechtes Lächeln schon jetzt. Deine ehrliche Freude am Leben war eine Bereicherung und Dein künstlerisches Talent eine Inspiration. Leb wohl.

We are all enchanted and captivated when artists fly through the air. They make it seem so easy to defy gravity. But yesterday I was reminded in the bitterest possible way, that the danger these brave women and men expose themselves to is real.Artur, with you we lose a lovely friend and a great artist. It hurts deeply to see you leave at this young age. To have known you was an enrichment.Let gravity no longer limit you. Fly. Farewell.

Slået op af Sven Graf i 1. juni 2018

 

Jon Lehrer – oder: Wenn Du nicht über Deinen Schatten springen kannst, dann tanz mit ihm.

Die Tour hat begonnen! Mit erheblich viel mehr Aufwand als bei unseren früheren Tourneen, ist Jon mit seinen Tänzern in Deutschland angekommen. Dies liegt unter anderem auch daran, dass viele verschiedene technische Elemente in die Show integriert wurden. Und natürlich, weil es sich dieses Mal um eine Weltpremiere einer vollkommen neuen, speziell für Deutschland produzierten Show handelt. Sehr aufregend!

 

Fleißig wie sie sind, beginnt die erste Trainingsphase bereits zwei Stunden nach ihrer Ankunft im Hotel nach einer zwölfstündigen Anreise. Respekt!

Von dem, was da hinterher auf der Bühne passiert, merkt man beim Aufbau aber erstmal nichts. Kabel, Scheinwerfer müssen ausgepackt und passend verbunden werden, unsere beiden Nebelmaschinen müssen einen separaten Starkstromanschluss finden, der Tanzboden muss gelegt werden und überhaupt muss sich das Team erstmal kennen lernen und formieren.

 

 

Dann kommt der wichtigste Part: Scheinbar hoffen alle immer darauf, dass alles fehlerfrei und reibungslos abläuft. Das ist aber gefährlich! Denn die technische Einrichtung ist die Zeit, in der man möglichst alle vorhandenen und potentiellen Fehler entdecken sollte. Was passiert zum Beispiel, wenn man das falsche Fluid für die Bodennebel-Maschine gekauft hat? Der Nebel bleibt nicht am Boden, dafür aber ewig im Raum hängen.

Tolle Bilder, der Kommentar der Hausaufsicht, als wir dies am Ende der Probe gegen 22:00 Uhr ausprobiert haben: „Oh, dann warte ich jetzt wohl noch eine Stunde, bevor ich die Feuermelder wieder anstelle …“

Sehr peinlich! Zum Glück war das Team toll und man konnte noch am selben Abend gemeinsam darüber lachen.

Im Laufe der kommenden Tage nahm die ganze Produktion dann zusammen mit der Technik immer mehr Gestalt an. Schatten, die sich in die Modern Jazz Dance Aufführung mischen, omnipräsent zu sein scheinen, aber fast immer das Geschehen auf der Bühne nur untermalen, atmosphärisch führen und manches Mal grandiose Bilder zeichnen.

Ganz am Ende dann: Freude! Freude und Erleichterung. Die stehenden Ovationen im ausverkauften Theater entlohnen für so vieles. Wenngleich man selbst doch noch immer die vielen Unvollkommenheiten sieht, die Fehler, die passiert sind und die Dinge, die im Laufe der Tournee noch ausgebessert werden müssen. Zum Glück spielt sich das alles nur in meinem Kopf ab und hält die Menge hier und in all den folgenden Theatern nicht vom Applaus ab. Auch die Kritiker sind begeistert!
–> Hier geht es zur ersten Kritik

Auf diese Weise macht es allen aber auch Freude, stetig etwas zu verbessern und immer wieder mit dem Willen auf die Bühne zu gehen, dass dies die beste bisherige Show werden soll. Das Publikum dankt es ihnen!

 

Während sich die meisten dann zur Premierenfeier begeben, heißt es für die Technik: Abbau! Denn schon morgen wird wieder gespielt, aber an einem anderen Ort. Je nach Entfernung kommt auf das Technik-Team dann sogar eine Nachtfahrt zu, damit sie am nächsten Morgen rechtzeitig zum Aufbau beim nächsten Theater sind. Hoffentlich spielt da das Wetter auch mit, dass eine solche Fahrt nur einmal passieren muss.

Es steckt also so viel mehr dahinter, als nur diese zwei Stunden auf der Bühne. Aber so muss es auch sein. Denn Herzblut muss man sich verdienen.

 

Buffalo – Jon Lehrer wirft seine Schatten voraus

Welch unerwartet arbeitsame Woche! Doch immerhin eine, in der die wichtigsten Dinge auch gelangen.

Natürlich will ich noch nicht zu viel verraten, denn schließlich komm Jon schon ab dem 10. März 2018 mit uns nach Deutschland, aber eines kann in jedem Fall gesagt werden: In dieser Truppe steckt wahrlich eine einzigartige Energie. Alle sind höchstmotiviert und arbeiten mit Hochdruck an Kostümen, Licht und natürlich dem Feinschliff im Tanz und den Choreographien. Von diesem Abend, darf man sich wirklich viel versprechen.

Damit es eine Überraschung wird, will ich hier noch keine Probenphotos einstellen – weil ganz ohne Photos aber blöde ist, bin ich extra ganz weit hinaus gefahren, um einige für euch zu schießen. Zu den Niagarafällen!

 

 

 

Im Winter ist hier nichts los, was Vor- und Nachteile hat. Das nimmt dem Spaktakel aber nichts von seiner eindrücklichen Pracht. Gewaltig, wie sich die Wasser da in die Tiefe stürzen. Als mir aber erzählt wurde, dass noch letzte Woche das ganze eingefroren war und der aufsteigende Wassernebel eine Art Eishöhle um den Fall gebildet hatte es mir ein wenig leid, dass ich da noch vollständig mit der Arbeit eingespannt war. Naja, vielleicht gibt es ja ein nächstes Mal!

Happy New Year!

Was war das nicht für ein Jahr! Und noch so vieles, was da kommen wird.

Januar-Februar 2018:

Kommt DADA MASILO wieder nach Deutschland. Das war letztes Jahr wirklich ein großer Erfolg! Der Zauber des ’schwarzen Schwans‘ wird hier zwischen harscher Realität und afrikanischer Lebensfreude auf die Bühne gebracht.

 

März-April 2018: Kommt da JON LEHRER mit seinen SHADOWS IN MOTION. Von den reinen Schatten-Shows, die nur hinter der Leinwand statt finden, waren wir meist schon nach zehn Minuten gelangweilt. Jon wird hier seine Tänzer und den Schatten vor die Leinwand holen. Auch ich bin sehr gespannt auf seine neuen Ideen! Hier ein Trailer zu Jons bisheriger Arbeit!

In der nächsten Spielzeit dann geht es weiter!

November – Dezember 2018: Die SONICS sind zurück mit ihrer grandiosen akrobatischen Traumwelt DUUM. Die zweite Tournee noch besser gebucht als die erste – das bedeutet schon was. Hier ein Trailer!

Und dazu natürlich wieder die ein oder andere Reise! Ich werde euch davon berichten. Denn natürlich bin ich noch auf der Suche nach etwas passendem für die Spielzeit 19/20!

So darf es weiter gehen! Volle Kraft voraus!

Alter Klassiker aus Südafrika – Tourneestart von Dada Masilos SWAN LAKE

Wie immer nach der INTHEGA-Tagung, werden die Reisen allmählich weniger. Erstens, weil es nun darum geht die gemachten Termine zu sortieren und zu optimieren, gut verkaufte Touren möglich optimal vorzubereiten und sollte mal eine schlechte Tour dabei sein, diese rechtzeitig abzusagen und den Veranstaltern eine entsprechende Alternative anzubieten. Kurz gesagt: Schreibtischarbeit.

Bei mir kommt aber zusätzlich noch die Organisation der anstehenden Kompanien an, zuletzt SCOTCH & SODA aus Australien, jetzt DADA MASILO aus Südafrika. Wenngleich auch hier viel vom Schreibtisch aus gemacht werden muss, kommen dann wie immer die spannenden Tage der technischen Einrichtung. Hier muss man sehen, ob das technische Material wie bestellt auch vor Ort und, vor allem, funktionstüchtig ist. Es gilt zu schauen, wie die Stimmung unter den Künstlern und den Technikern ist. Und natürlich auch, ob der Veranstalter genug Karten verkauft hat und sich selbst auf die Vorstellung freut. Denn die Arbeit für alle fällt deutlich leichter, wenn eine gemeinsame Vorfreude entwickelt wird.

Oft treffen dann auch ganz verschiedene Organisationstypen aufeinander, die zwar das selbe wollen, aber ganz unterschiedliche Wege haben, dies umzusetzen und darüber zu kommunizieren. Das fühlt sich oft wie Chaos an, ist aller meist aber einfach nur eine Findungsphase. Da darf es auch mal rappeln und poltern bis man sich auf eine gemeinsame Vorgehensweise eingenordet hat. Keine Angst vorm diskutieren und streiten, denn je deutlicher Dinge ausgesprochen wurden, desto effektiver kann hinterher zusammen gearbeitet werden. Forming, Storming, Norming, Performing.

Erste Schnappschüsse von der Probe, ließen viel erhoffen:

 

 

 

 

 

 

Und dann die Premiere, ja, die wird wie immer spannend!

Im Theater der Stadt Schweinfurt hatten wir aber nicht nur volles Haus, sondern auch ein begeistertes Publikum. Standing Ovation und Jubelrufe lassen einen erleichtert durchatmen. Nach so langer Zeit (etwa 2 Jahre) der Findung, Vorbereitung, Organisation und eingebrachtem Herzblut, ist das der Moment, der den Stein vom Herzen plumpsen lässt. Davon bekommt im besten Falle aber niemand etwas mit. Wirklich gut, hat man seinen Job gemacht, wenn niemandem auffällt, dass man Arbeit damit hatte. Dann sind alle ganz bei der Aufführung. Und hier arbeiten die Künstler hart und mit vollem Einsatz dafür, um sich anschließend ihren verdienten Applaus abholen zu dürfen. Das sei Ihnen wahrlich gegönnt. Und ich klatsche laut mit.